Seit Samstag gastiert die Fohlenelf nun schon am Tegernsee und hat bereits einige Einheiten absolviert. Fohlennews reiste nach Rottach-Egern, um exklusiv über das Training, die Neuzugänge und die Stimmung im und um das Team zu berichten.
Nach der Ankunft am Seehotel Überfahrt am späten Samstag Mittag, absolvierten die Torhüter (Nicolas, Sippel, Heimeroth) zusammen mit Uwe Kamps und auch Sportdirektor Max Eberl die erste Einheit am Tegernsee. Am Nebenplatz trainierte zusammen mit Andreas Bluhm der französische Neuzugang Mamadou Doucouré. Trotz der ab und zu auftretenden Verständnisprobleme mit dem Physiotherapeut zeigte sich das Talent vielversprechend. ‚Doucouré ist eine Granate.‘ munkelt man unter den Fans, die sich stark beeindruckt von der Technik und dem Ballgefühl des Innenverteidigers zeigten. Währenddessen radelten Andre Schubert und sein Team zur Regenation nach dem verlorenen Testspiel gegen Zürich um den Tegernsee.
Am folgenden Sonntag fuhren die Borussen zum ersten Training mit dem Bus zur Birkenmoosstraße, wo sich der Sportplatz des FC Rottach-Egern befindet. Dort angekommen, ging es los mit einem Warmup-Programm, auf das einige Passübungen folgten. Allgemein fiel auf, dass in nahezu jeder Einheit das Ziel hervorging: ‚Auf engem Raum schnell den Ball annehmen, behaupten, weiterspielen‘. Trotz eines Regenschauers blieben die Spieler auch nach dem Training sehr nett zu den Fans, erfüllten Autogrammwünsche und nahmen sich auch kurz Zeit für einen kleine Tratsch oder ein Erinnerungsfoto. Die am Nebenplatz trainierenden Herrmann, Elvedi und Doucoure waren zu dem Zeitpunkt schon wieder im Hotel. Am Nachmittag fand die zweite Trainingseinheit statt, die erstmals etwas lockerer begann mit Schuss- und Zweikampfübungen, bei denen man deutlich merkte, dass die Fohlenelf wie eine große Familie sind. Hier wird gescherzt, da wird sich umarmt, dort wird man aufgezogen (nicht zuletzt zum Gefallen der Fans). Anschließend stand noch ein Kraftzirkel auf dem Programm, der vor einem Berg mit mehreren laut muhenden Kühen stattfand. Aber das ist es ja, was die Idylle am Tegernsee ausmacht. Und auch hier sieht man wieder in den kurzen Zwischenpausen, wie die Spieler untereinander lachen und witzeln, zum Beispiel als Jonas Hofmann Mahmoud Dahoud den Schuh klaute. Youngster Marvin Schulz und Neuzugang Laszlo Benes durften leider bei der ‚Gaudi‘ nur zuschauen, trotzdem schienen die beiden positivgestimmt. Benes unterhielt sich mit Igor Demo und Schulz unternahm zusammen mit dem Medienteam ein paar Versuche in Sachen Fotos schießen. Am Montag standen wie auch schon am Vortag Passübungen auf dem Programm, in der zweiten Einheit wurden einige Ballgefühl Aufgaben gestellt und eine kleine Spielform getestet.
Anschließend folgte der bis dato wahrscheinlich unangenehmste Teil des Trainingslagers: In 3 Gruppen mussten die Borussen 3 1000-Meter-Läufe absolvieren. Während 2 Gruppen gut in Reihe liefen, zerbrach Gruppe 3 in ihre Einzelteile: Tobias Strobl setzte sich weit vor Simakala ab, weitere Meter weiter hinten schleppte sich der 1,99-Hüne Jannik Vestergaard über den Platz. Die Spieler waren sichtlich geschafft nach dieser Trainingseinheit und versuchten, einfach nur so schnell wie möglich einen Sitzplatz im Mannschaftsbus von Marcus Breuer zu ergattern, um endlich ausspannen zu können. Demzufolge blieben ein paar Autogrammwünsche offen, was die Fans natürlich bedauerten, jedoch trotzdem sehr gut nachvollziehen konnten und Verständnis zeigten.

Da sich im Training gut die Möglichkeit bietet, bestimmte Spieler genauer unter die Lupe zu
nehmen, werden hier nun meine persönlichen Ersteindrücke zu den Neuzugängen und anderen
auffälligen Spielern folgen.


Jannik Vestergaard: Der junge Däne macht zwar einen zweikampfsstarken Eindruck, jedoch fallen deutliche Defizite in Sachen Kondition auf, was anscheinend seinen fast 100kg zu Schulden kommt. Technisch scheint er gut bemittelt zu sein, er schlägt gute Bälle und scheint sich auch schon ins Team integriert zu haben.
Tobias Strobl: Für den Ex-Hoffenheimer ist Schubert noch auf der Suche nach der passenden Position, dass er aber Gefallen an dem lauf- und zweikampfstarken 26-jährigen gefunden hat, ist zu merken.
Christoph Kramer: Kramer ist, wie schon vorhersehbar, super im Team angekommen, spielt wie man es von ihm gewohnt ist mit viel Laufbereitschaft und Wille. Zudem wird er auch hoch angesehen in der Mannschaft.
Nico Schulz: Der ‚gefühlte Neuzugang‘ ist enorm willig auf dem Platz, auch wenn mehrere Dribblingversuche scheiterten zeigte er sich stets motiviert.
Ba-Muaka Simakala: Der Youngster hat sehr gute Anlagen, ist schnell, trickreich und
abschlussstark. Er ist auf jeden Fall ein Spieler mit einer großen Zukunft, jedoch bleibt ein Bundesliga-Einsatz auf Grund der Kaderdichte eher unwahrscheinlich.