Mit dem Abstiegskampf bereits abgefunden

Spieltag 1 – 6

Eins ist nach der Saison wieder mal klar:

Bei unserer Borussia ist immer was los. Langweilig wird uns am Niederrhein sicher nicht und grün bleibt die Farbe der Hoffnung.

Am 5. Spieltag der Saison standen wir noch mit 10 Punkten Rückstand auf Platz 4 am Tabellenende und mussten den Abgang unseres Heilsbringers verkraften. In der Endabrechnung haben wir dagegen ein ordentliches Torverhältnis und 3 Punkte  gegenüber Schalke 04 und dem 5. Tabellenplatz. Eine wahnsinnige Leistung.

Was ist seitdem passiert? Schauen wir kurz und knapp in die einzelnen Spieltage um den Verlauf der Spielzeit im Detail nochmal zu rekapitulieren.

1. Spieltag:

Wir sind zu Gast in Dortmund und verteilen reichlich Geschenke. Komplette Überforderung zum Start. Drmic, Christensen, Schulz und Stindl in der Startelf. Schulz und Christensen werden ins eiskalte Wasser geworfen und versuchen in gewaltiger Strömung Schwimmen zu lernen. Die Schwimmflügel platzen regelrecht. Wir gehen leider 4:0 unter. Stindl kommt als 6er überhaupt nicht in Fahrt und Drmic verhungert vorne als „echter“ Stürmer. Einfach ein Start zum Vergessen.

 

2. Spieltag:

Unser erstes Heimspiel der Saison und direkt vier Änderungen in der Startelf. Jantschke geht zur Stabilisierung für Christensen in die Innenverteidigung und Korb bekommt die Chance auf rechts. Herrmann springt für den verletzten Johnson ein und mit Hazard für Drmic erhofft sich Favre ein lebendigeres Offensivspiel. Unsere Elf hatte genügend Gelegenheiten zu gewinnen, wurde aber für die Verschwendung von Torchancen eiskalt bestraft. Mainz nimmt 3 Punkte durch ein 1:2 mit und unser Fehlstart war leider perfekt.

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3. Spieltag:

Favre feilte weiter an seiner Idealformation mit zwei Veränderungen gegenüber der Niederlage gegen Mainz. Für Korb und Traoré rückten Brouwers sowie Nordtveit ins Team. Roel sollte nun in der Innenverteidigung die erhoffte Stabilität bringen und Stindl bekam erstmals die Chance in der Offensive auf sich aufmerksam zu machen. Howie und Xhaka bildeten dabei den 6er Riegel. Leider reichte es auch in Bremen nicht für etwas zählbares, ein gewisser Jannik Vestergaard sorgte da per Kopfball für eine weitere Niederlage zum Start. So langsam wurden wir ein wenig nervös.

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4. Spieltag:

Nächstes Heimspiel, nächster Versuch. Die Innenverteidigung strotze mit unserem genesenden Kapitän Stranzl und Roel nur so vor Erfahrung. Korb spielte hinten rechts für Tony, so dass er den gelbgesperrten Xhaka im defensiven Mittelfeld vertreten konnte. Hahn rutschte in die Sturmspitze und Stindl sollte auf der rechten Seite sein Glück versuchen. Der Abend wurde aber leider zum Disaster. Die Mannschaft wirkte verängstigt, wir Fohlen-Fans waren geschockt. 0:3 lautete das Endergebnis und unser Kapitän musste dazu noch verletzt ins Krankenhaus. Die letzten 30 Minuten kam für ihn unser Eigengewächs Mo Dahoud und versuchte in der Mitte die Löcher zu stopfen. 4 Spiele, 4 Niederlagen, pure Verunsicherung und die Champions League als auch das Derby standen vor der Türe. Es gab die letzten Jahre weitaus schönere Abende für uns.

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Champions League – 1. Spieltag:

Nach 37 Jahren kehrten wir in die Champions League zurück. Die Vorfreude war eigentlich riesig. Wäre da nicht dieser Katastrophenstart gewesen. In Sevilla lieferten unsere Jungs kein gutes Spiel ab, hinzukam wieder mal unser Elfmeterfluch. Die schlechten Nachrichten nahmen kein Ende, vergeigter Start in die Saison, keine Champions League Hymne vor dem Spiel und ein verdientes 3:0 für die Spanier zum Beginn der Gruppenphase in der Königsklasse. Wir versuchten das Spiel schnell abzuhaken, unser tägliches Brot ist die Bundesliga. Abstiegskampf in diesem Jahr war sehr wahrscheinlich.

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5. Spieltag:

Es war also nun auch Zeit für das rheinische Derby. Veränderungen in der Startelf gab es erneut. Christensen rückte für Stranzl in die Innenverteidigung, Tony hinten wieder zurück auf seiner rechten Seite und Dahoud sollte im defensiven Mittelfeld neben Xhaka die Strippen ziehen. Vorne versuchte es Favre wieder mit Drmic in der Spitze und Ibo als auch Hazard auf den Außen. Es sollte aber leider nach sieben Jahren die erste Niederlage gegen unseren geliebten Rivalen sein. Wir waren bemüht, hatten die Spielkontrolle,  wollten uns aus der Krise spielen. Die Angriffe kamen aber nicht durch. Dann der Schock. 30 Minuten noch. Kopfball. Tor. 1:0. Niederlage in der Stadt der sicheren 6 Punkte. Schlimmer konnte das Wochenende nicht werden.

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Doch, konnte es… „Favre tritt zurück!“

Wir konnte es sich uns nicht vorstellen, haben zu keinem Zeitpunkt am Können des Schweizers gezweifelt, wollten gemeinsam die Wende einleiten. Aber Favre war nicht mehr zu überzeugen. Er wollte den Weg für einen Neustart ebnen. Der Abgang war typisch für Favre: Eigenwillig. Im Nachhinein könnte man behaupten, er habe geahnt was in der Mannschaft steckt, konnte sie aber nicht mehr erreichen und hat damit wieder mal alles richtig gemacht. Eberl hatte keinen Plan B, die Englische Woche stand an. Man schlug des Öfteren die Hände vor’s Gesicht. Unsere Borussia taumelte, wir hatten alle Panik, wussten aber um die Stärke unseres Kaders. Man hörte oft den Wunsch vom „platzenden Knoten“, Sätze wie „Fußball haben die Jungs über den Sommer nicht verlernt“ und „der BVB hatte ähnliche Probleme letzte Spielzeit.“ Man präsentierte uns eine Interimslösung für die nächsten Spiele: Andre Schubert. Im Hintergrund würde der Verein eine langfristige Lösung suchen. Bis dahin sollte der U23 Trainer unserer Borussia neues Leben einhauchen.

6. Spieltag:

Spiel Nummer eins nach der Ära Favre. Englische Woche. Heimspiel im Borussia Park. Drei Säulen unseres Erfolgs bildeten sich heraus. Christensen schien in der Innenverteidigung angekommen, Dahoud und Xhaka überzeugten im Mittelfeld und Stindl als auch Raffael überrollten die Augusburger vorne. Nach knapp 20 Minuten stand es 4:0. Große Erleichterung bei uns am Niederrhein. Daran sollen die beiden Treffer der Gäste auch nichts mehr ändern. Der erste Sieg der Spielzeit war mit neuem Trainer eingefahren und große Erkenntnisse wurden gewonnen. Christensen stabilisiert die Abwehr merklich und kann das Spiel eröffnen, Dahoud kann die Lücke auf der 6 schließen und Stindl gehört in die Offensive. Diese Positionen wurden auf Dauer nun von den genannten Akteuren besetzt.

Nächste Woche geht’s weiter:

„Mit grünem Pulli von unten nach oben“

Spieltag 7 – 15

fs

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