Am Sonnabend treffen sie aufeinander: Borussia Mönchengladbach ist zu Gast in der Allianz Arena. München – Gladbach… Zwei Teams, die mit großen, aber dennoch unterschiedlichen Ambitionen in die Saison starteten. Die Münchner setzten klar die Meisterschaft sowie mindestens das Erreichen des Halbfinals der Champions League als Saisonziel.

Für Borussia Mönchengladbach wurde ausgerufen, weiterhin in Europa zu spielen. Nach den bisher erst wenigen Spieltagen kann man zwar noch keine Schlüsse ziehen, jedoch tun sich beide Teams bis dato schwer, so souverän wie erwartet und auch von den Fans verlangt, zu spielen. Das Team des Rekordmeisters ist in der Bundesliga noch ungeschlagen, doch die Ambition des Clubs ist es, konstant nur Siege einzufahren.

Bei Borussia ist die Erwartungshaltung deutlich geringer, doch jeder Fan weiß, wie viel in dieser Saison möglich sein könnte. Nahezu alle Vereine schwächeln. Der Vfl gehört nach Punktverlusten gegen Aufsteiger, Jedes-Jahr-fast-Absteiger und den alles untertreffenden FC Schalke leider auch dazu. Der Fakt, dass die ungeliebten Nachbarn aus der Domstadt aktuell auf Platz 2 und somit 7 Plätze vor der Borussia stehen, hat eine gewisse Unruhe in Mönchengladbach verursacht. Die Skepsis und Kritik an Schubert wächst, bei Ancelotti ist die Situation ähnlich.

Trainer mit ähnlichem Schicksal

Carlo Ancelotti gilt, wie auch Andre Schubert, als sehr lockerer und entspannter Typ, der seinem Team viele Freiheiten gewährt, die Leine etwas länger lässt und kritisch gesehen häufig als ‚zu nett‘ und ‚zu verständnisvoll‘ eingestuft wird. Und demzufolge kann man auch die aktuellen Auftritte der beiden Mannschaften ähnlich bewerten: Bei beiden erkennt man, dass das Prinzip, vorallem bei Bayern, nicht wirklich greift. Zudem muss man des Öfteren fehlende Leidenschaft und Einsatz bemängeln. Die Ergebnisse halten sich zwar im Rahmen, trotzdem steigt Missmut in den Fanlagern. Die Trainer stehen im Fokus der öffentlichen Pöbelei. Teils zurecht. Beide Teams wurden regelrecht in ihrer Spielweise reformiert. In Mönchengladbach vom konterstarken Defensiv-Fußball zu purer Angriffslust mit Defensivschwächen und Motivationsmangel. In München galt es unter Guardiola Ballbesitzfußball, Ancelotti neigt dazu, den Gegner kommen zu lassen. Es wird gemunkelt, den Bayern fehle der ‚Pep‘.

Wie man die Bayern schlägt…

Die Bayern sind schlagbar: letzte Saison gelang es uns einmal, ein zweites Mal war auch nicht komplett unmöglich. Atletico Madrid schaffte es vor kurzem. Unsere Analyse zeigt, wie es möglich ist:

  • Kompaktheit: Verschieben die Fohlen kompakt und verringern sie zudem die Räume im Zentrum, so müssen die Bayern ihre Angriffe über die Flügel inszenieren, was es Borussias Abwehrspielern leichter macht, diese zu verteidigen.
  • 100% Pressing: Mauern kommt den Münchnern entgegen, genau wie unentschlossenes Pressing. Gelingt es aber der Borussia, konstant Druck zu machen und die Gegner, vorallem Spielmacher wie Thiago, anzulaufen, wird es wenige Möglichkeiten für die Bayern geben, sich zu befreien und Angriffe einzuleiten. Desweiteren sind sie es nicht gewohnt, mutig mit Pressing bespielt zu werden. Durch Mannzuteilung kann zusätzlich unterbunden werden, dass die Weltklassespieler ihre individuelle Qualität ausüben.
  • Lewandowski aus dem Spiel nehmen: Bekommt der Pole den Ball in der Nähe des Sechzehners, ist die Torgefahr schon vorprogrammiert. Deshalb gilt es für die/den Innenverteidiger, den Stürmer stets unter seine Obhut zu nehmen.
  • Über die Flügel ins Zentrum: Die Außenverteidiger der Gastgeber (Kimmich, Lahm, Alaba,…) rutschen meist sehr weit auf. Bei Ballverlust muss dies ausgenutzt werden. Der Konter soll über schnelle Flügel laufen, die den Ball dann in die Mitte flanken oder passen können, wo sich eventuell Lücken auftun können.

Mögliche Aufstellung der Borussia

Sommer

Korb – Elvedi – Vestergaard – Wendt

Traoré – Kramer – Strobl – Hofmann

Hahn – Stindl

In der Viererkette hat man als Außenverteidiger zwei zweikampfsstarke Spieler, zudem auf den Innenverteidigerpositionen den großgewachsenen Dänen, der hohe Bälle auf Lewandowski abwehren kann. Im Mittelfeld kann man auf eine Viererkette setzen, da man somit zentral zwei Akteure hat, die das Zentrum verdichten. In Kramer und Strobl hat man die zwei Aufräumer. Auf den Flügeln spielen zwei schnelle und nachhintenarbeitende Akteure, die sowohl defensiv als auch offensiv ihre Qualitäten einbringen können und sollen. Im Sturm spielt als hängende Spitze unser Kapitän und an vorderster Front Andre Hahn.

Schaffen die Borussen es, kompakt und diszipliniert zu verteidigen, mutig anzugreifen und zu pressen und mit viel Leidenschaft und Einsatz die Zweikämpfe zu suchen und zu führen, stehen die Zeichen gut, die Münchner weiter in die Elitekrise zu schicken.

FN-Tipp: 1:2