Schon lange vor Beginn der Sommerpause versuchte Sportdirektor Max Eberl dieses Jahr erneut die schmerzenden Abgänge zu kompensieren. Diesmal müssen jedoch neben den sportlichen Fähigkeiten noch mehr als sonst der Charakter und die Führungsqualitäten beachtet werden, um die hinterlassenen Lücken von vier Leadern wie Stranzl (Karriereende), Brouwers (ablösefrei zu Roda Kerkrade), Nordtveit (ablösefrei zu West Ham United) und Xhaka (40M zu Arsenal London) zu stopfen.

Für insgesamt fast 30 Millionen Euro verpflichtet Max Eberl den Bremer Innenverteidiger und Nationalmannschaftskollegen von Andreas Christensen, Jannik Vestergaard, Ex-Borussen und Weltmeister Christoph Kramer und Defensivallrounder Tobias Strobl. Zudem steht der Transfer von PSG-Youngster Mamadou Doucouré kurz bevor. 4 Abgänge, 4 Zugänge. Auf den ersten Blick passt das. Da geht die Gleichung auf. Aber auf den zweiten Blick wird man trotzdem mit hoher Wahrscheinlichkeit prognostizieren können, dass Max Eberl noch nicht am Ende der langen Straße des Transfermarktes angekommen ist. 4 absolute Führungsspieler werden ersetzt durch zwei vielversprechende Talente (Doucoure und Vestergaard), die jedoch noch nicht in der Lage sind, die vier zu ersetzen und zwei, ganz unabwertend gemeint, durchschnittliche Bundesligaspieler, die aktuell nicht in der Verfassung sind, herausragende fussballerische Qualitäten wie die von Granit Xhaka auf den Platz zu bringen. Und deshalb ist Eberl weiter auf der Suche. Gehandelt werden einige: Das belgische Wunderkind Youri Tielemans, der Franzose Clement Grenier, der schweizer Youngster Edimilson Fernandes, der Dribbelstar von Monaco namens Fares Bahlouli und viele weitere sollen noch im Gespräch sein. Auf Grund des internationalen Standings (trotz Champions League) und den begrenzten finanziellen Mitteln wird Borussia keinen 1:1 Ersatz für Xhaka beispielsweise finden. Aber das ist auch nie die Aufgabe von Eberl gewesen. Eberl sucht junge, hungrige, vielversprechende Spieler, die man ausbilden kann und die später für teures Geld den Verein verlassen und zu einem internationalen Topklub wechseln.

Aber wer weiß, vielleicht wird ja Borussia im nächsten Jahrzehnt ein Verein werden, den man wirklich als internationalen Topklub bezeichen kann. Und bis jetzt sind die Fohlen auf einem guten Weg, und das nicht zuletzt aufgrund der guten Einkaufspolitik von Max Eberl.