Im Stadion singen wir „Und geht ein Spiel auch mal verloren, dann macht uns das gar nichts aus“, doch das Spiel gegen Freiburg dürfte wohl viele von uns ins Grübeln gebracht haben.

Die Borussia hatte als klarer Favorit knapp 65% Ballbesitz, trotzdem blieben Torchancen eine Seltenheit. Die Bälle wurden leicht verloren, die Aufsteiger aus Freiburg waren von Beginn an zweikampfsstärker, bissiger, aggressiver und zeigten großen Willen, den Sieg einzufahren. Bei der Borussia konnte man nichts davon erkennen, man hatte das Gefühl, die Köpfe wären schon in Manchester City. Spieler, die sonst Traumpässe spielen, spielten einen Ball auf 10 Meter ins Aus. Andere, die sonst jedes Dribbling für sich entscheiden, verlieren den Ball schon im Ansatz. Trotzdem konnte die Fohlenelf in der 35. Minute durch einen schönen Schlenzer von Thorgan Hazard aus knapp 20 Metern in Führung gehen. Doch danach zahlte sich der hohe Einsatz der Freiburger aus und bestrafte die Unkonzentriertheit, die Leichtsinnigkeit und eventuell auch Überheblichkeit der Borussia und glich durch einen schönen Schuss aus. Komplett verdient. Danach wurde das Spiel rauer, es gab mehr Fouls, aber weiterhin wenige Torchancen für Borussia. Man merkte, dass es nicht reicht, nur Fußball zu spielen, vor allem gegen einen Gegner wie den SCF, die rackerten und kämpften. Trotzdem kam die Borussia nicht mehr aus dem tiefen Loch, in welches sie sich während des Spielverlaufs eingegraben hatte, hinaus und spielte weiterhin enttäuschend und überraschend schwach. Die Rechnung folgte in den letzten 10 Minuten der Partie, in welcher Doppeltorschütze Philipp erneut zuschlug und den Ball im Tor des machtlosen Yann Sommer, der zuvor des Öfteren gut parierte, unterbrachte. Kalt, trocken , einfach, verdient. Wenige Minuten später griff der schweizer Torwart dem entgegenlaufenden Grifo in die Hacken und verursachte somit den Elfmeter, den Petersen anschließend verwandelte.

Das Team sowie André Schubert waren anschließend komplett bedient. Mit gesenkten Köpfen verließen die Fohlen den Platz. Eine Niederlage zu einer Unzeit: Kurz vor dem Champions League Auftakt gegen Manchester City.

Aber wie sagt man so schön: Umso mehr man die Generalprobe verpatzt, desto stärker wird dann der eigentliche Auftritt. Dann dürfte sich City warm anziehen. Hoffen wir, dass diese Redewendung etwas Wahres an sich hat.