War es ein wirkliches Rheinderby, so wie wir es seit Jahrzehnten kennen? Die Abwesenheit bzw. Enthaltsamkeit der Ultra-Gruppierungen beider Fan Lager, sowie das reduzierte Auswärtskartenkontingent, brachten eine ungewohnte Atmosphäre in unseren Borussia Park.

Die Fohlenelf begann dynamisch und spielfreudig, sodass bereits nach 9 Minuten der bis dato verdiente Führungstreffer, durch unser Gladbacher Eigengewächs Mo Dahoud erzielt wurde. Eine Kombination über die rechte Angriffsseite und ein geschicktes Zuspiel Raffael´s auf Dahoud, brachten den Borussia Park zum Beben. Die Kölner verpassten es auch nach der Führung, Druck auf den Ballführenden auszuüben. Es entstanden immer wieder offene Räume, die unsere Borussia beliebig bespielen konnte.

Auch in der Folgephase war Gladbach überlegen, Köln fand kaum ins Spiel. Auf Fohlen-Seite fiel Xhaka im Spielaufbau häufiger in die Abwehr zurück, sodass eine Aufbaudreierkette inszeniert wurde, die beiden Innenverteidiger nach Außen schieben konnten. Die Überzahl gegen die Doppelspitze des FC genügte meist, um ins zweite Drittel einzudringen. Dort besetzten Stindl, Raffael, Hazard und Johnson flexibel die Räume. Das altbekannte Ziel: Das Erzeugen von ineinandergreifenden Dreiecken und Rauten, Raumgewinn über Kurzpässe, idealerweise nach dem Prinzip „diagonal/vertikal, Ablage“.

Köln hatte gegen die Gladbacher Überlegenheit lediglich ein Mittel, lange Bälle auf Modeste. Nach der Halbzeit brachte Jojic auf Seiten der Kölner etwas frischen Wind in die Partie und testete unseren Schlussmann Sommer mit einigen Fernschüssen. Letztendlich reichte es jedoch nicht, um den Ausgleich zu erzielen und die Borussia ging gegen den 1. FC Köln, wie schon so viele Male davor, völlig verdient als Sieger vom Platz.

Unsererseits hoffen wir in der nächsten Saison wieder auf „normale“ Derbyverhältnisse, damit das Rheinderby wieder seinen alten Charakter zurückbekommt.