Mit drei durchaus kritischen Adjektiven starten wir unseren heutigen Nachbericht zum Spiel in Hannover. Lässt man die 90 Minuten am Freitagabend Revue passieren, bleibt jeden Borussen jedoch nichts anderes übrig als so zu urteilen. Nach der anhaltenden Auswärtsschwäche, die durch ansprechende Leistungen wie beispielsweise in Wolfsburg oder auf Schalke immer wieder schön geredet wurde, war der letzte Auftritt der Fohlen der eindeutige Höhepunkt des Versagens. Seit einem knappen halben Jahr nun kein Dreier mehr aus der Ferne mit an den Niederrhein gebracht, da fehlen wohl nun endlich die Ausreden.

In einem Spiel, wo die Borussen nicht über eine einzige Torchance hinaus kamen, zeigte der Gegner Hannover 96 genau das, was für die Gladbacher in der derzeitigen Situation elementar sein sollte. Kampf, Entschlossenheit und der Wille zum Sieg. Respekt an die Niedersachsen, die in einer fast aussichtslos erscheinenden Situation all das abrufen konnten. Wir hingegen standen da, warteten ab und fanden zu keinen Punkt in das Spiel.

Mit dem Pressing der 96er wussten die Gladbacher nicht umzugehen, sodass Schubert in der ersten Hälfte mehrmals die taktische Ausrichtung änderte. Leider erfolglos, denn die Hannoveraner konnten die besseren Chancen verbuchen und hatten durch Kiyotake (20.) und Sarenren-Bazee (41.) zweimal die Möglichkeit in Führung zu gehen. Nach dem Seitenwechsel blieb die Heimmannschaft die griffigere Truppe und ging durch Anton, nach einer Hereingabe von Sarenren-Bazee, völlig verdient in Führung. Die erwartete Antwort unserer Mannschaft blieb jedoch aus! Viel mehr war es der Tabellenletzte, der weiter mutig nach vorne spielte und sich so manch einer fragte, wieso sie nicht bereits früher in der Saison so aufgetreten sind. In der 60. Minuten war es dann zum zweiten Mal soweit. Karaman an den Pfosten, Sobiech staubt ab, 2:0 für die Roten.

Auch in der Folge gab es kaum erwähnenswerte Situationen unserer Fohlen, sodass wir mit einem 2:0 im Gepäck die Rückreise antreten mussten. Ein Spiel das in vielen Punkten zu denken gibt. Ist bzw. war die Mannschaft falsch eingestellt? Warum ist es für uns anscheinend unmöglich auf gegnerischen Platz zu gewinnen?

Die Situation ist aufgrund der anderen, ebenfalls schwächelnden Europa-Pokal Anwärter, trotzdem nicht aussichtslos. Bei einem Sieg am Wochenende gegen die TSG, könnten wir den internationalen Wettbewerb so gut wie „Safe“ machen. Eine erneute Teilnahme an der Championsleague ist wohl kaum noch möglich. Leverkusen ist zurück in der Spur und wir haben definitiv zu leichtsinnig Punkte liegen lassen, sodass wir unterm Strich, wenn man der Wahrheit ins Auge schaut, auch eine Teilnahme nicht wirklich verdient hätten.

Lassen wir uns in den letzten vier Spielen einfach mal überraschen, denn eine Wundertüte ist diese Mannschaft in diesem Jahr gewiss. Die Kontinuität und Stabilität, die uns unter Favre noch so ausgezeichnet hat, ist verloren gegangen. Wird sie wieder kommen? Und wenn ja, auch unter André Schubert? Sicher ist eins, der Trainer ist angezählt und das Umfeld aufgrund der aktuellen Entwicklungen unruhig. Im Schlussspurt muss nun geliefert werden, sonst sieht die Zukunft unseres Übungsleiters am Niederrhein wohl nicht mehr so rosig aus, wie es noch zu Beginn seiner Amtszeit war. Bis dahin allen Borussen eine schöne Woche und dabei das Lachen nicht vergessen, denn am Wochenende dürfen wir wieder unseren geliebten Verein vor heimischer Kulisse anfeuern und wie schon in Hannover unter Beweis stellen, dass die besten Fans aus Gladbach kommen!